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1616–1679

Ubersetzung des vierten idyllii Bionis.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Die Musen fürchten sich nicht vor der holden Liebe, Sie ehren sie vielmehr, und folgen ihrem triebe Mit höchster wohllust nach. Wer ihre gunst begehrt, Und unempfindlich ist, den achten sie kaum werth

Nur einmal anzusehn. Doch wer von liebe singen Und seuffzer dichten will, dem wird es bald gelingen. Die verse stellen sich fast ohne dencken ein, Und was sein kopff beginnt, muß schön und sinnreich seyn.

Dis ist kein falscher satz, ich kan es selbst bezeugen, Denn wenn ich mich bemüh den himmel zu ersteigen, Und einen hohen GOtt daselbst besingen will, So starrt die blöde zung’ und zittert als ein kiel,

Wenn ihn der wind berührt. Doch wenn ich dich ergreiffe, Mein steter zeit-vertreib, mein lust-spiel, meine pfeiffe! Und Daphnen, oder ja der Liebe süße macht, Wie ich vorhin gethan, zu rühmen bin bedacht,

So giebt ein stiller trieb mir alle kräffte wieder, Und meine flöte spielt die angenehmsten lieder.

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