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1616–1679

Sonnet. über Calistens bildniß.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Es hat des künstlers hand allhier zu frey gethan Ich tadle seine kunst und schelte sein beginnen Ein mensch der kan ja nur auff etwas menschlichs sinnen Wie fänat die blöde faust bey einer göttin an?

Was Gott und die natur aus allen kräfften kan Das wird kein schlechtes blat mit weiß und roth gewinnen Sein vorsatz wird auch noch bey dieser glut zerrinnen Denn wer das feuer scheut der trete nicht heran.

Der sie aus wachs gemacht dem ist die kunst gelungen Daß er den hefft’gen reitz nur halb und halb gezwungen Sonst müst es vor sich selbst wenns ähnlich wär zergehn. Die sonne kan sich nur in schlechtes wasser mahlen

Verlangt man einen riß von dieser schönheit strahlen So muß ihr bild von glut in hertz und seelen stehn.

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