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1616–1679

Sonnet. Er schauet der Lesbie durch ein loch zu.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Es dachte Lesbie sie sässe gantz allein Indem sie wohl verwahrt die fenster und die thüren; Doch ließ sich Sylvius den geilen fürwitz führen Und schaute durch ein loch in ihr gemach hinein.

Auff ihrem lincken knie lag ihr das rechte bein Die hand war höchst bemüht den schuch ihr zuzuschnüren Er schaute wie der moß zinnober weiß zu zieren Und wo Cupido will mit lust gewieget seyn.

Es ruffte Sylvius: wie zierlich sind die waden Mit warmen schnee bedeckt mit helffenbein beladen! Er sahe selbst den ort wo seine hoffnung stund. Es lachte Sylvius sie sprach: du bist verlohren

Zum schmertzen bist du dir und mir zur pein erkohren: Denn deine hoffnung hat ja gar zu schlechten grund.

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