Es dachte Lesbie sie sässe gantz allein
Indem sie wohl verwahrt die fenster und die thüren;
Doch ließ sich Sylvius den geilen fürwitz führen
Und schaute durch ein loch in ihr gemach hinein.
Auff ihrem lincken knie lag ihr das rechte bein
Die hand war höchst bemüht den schuch ihr zuzuschnüren
Er schaute wie der moß zinnober weiß zu zieren
Und wo Cupido will mit lust gewieget seyn.
Es ruffte Sylvius: wie zierlich sind die waden
Mit warmen schnee bedeckt mit helffenbein beladen!
Er sahe selbst den ort wo seine hoffnung stund.
Es lachte Sylvius sie sprach: du bist verlohren
Zum schmertzen bist du dir und mir zur pein erkohren:
Denn deine hoffnung hat ja gar zu schlechten grund.