Skip to content
1616–1679

Sonnet. Auff eine schlitten-fahrt.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Ist das nicht Flavia die sich bey trüber nacht Läst in der rauhen lufft und auff dem schlitten führen? Will sie den weissen schnee mit ihren rosen zieren? Und wird zu winters-zeit der lentz herfür gebracht?

Sie ists ich kenne sie aus ihrer augen pracht Die strahlen lassen sich als neue sterne spüren Und was mir stets mit recht zu loben will gebühren Hat meine feder stumpff und mich itzt stumm gemacht.

Wird aber auch der schnee vor deinen augen fliessen? Den augen welchen geist und hertzen schmeltzen müssen Für denen eiß zergeht und eisen selbst zerbricht? Nein. Ist der drüste schnee so lange liegen blieben

Und hat den weissen glantz dein auge nicht vertrieben So schmeltzet es gewiß den schnee der strasse nicht.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Sonnet. Auff eine schlitten-fahrt. · Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau · Poetry Cove