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1616–1679

Sonnet an Mirabellen.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Es wundert mich nicht sehr daß Golgerus Melinden Bald Mirabelle täufft bald ein vergöttert kind; Weil ihre zierden ja fast mehr als göttlich sind Die auch schon schimmernd stroh sind mächtig zu entzünden.

Der glieder haut gleicht sich der weichsten bircken-rinden Der augen gold das fast den agtstein überwindt Aus denen thränen-saltz wie fette milch abrinnt Ist gut daß Venus ihr daraus läßt fackeln winden.

Ihr haar der liebes-strick ist weisser als der schnee Die lippen dörffen nicht den blausten veilgen weichen Kein mahler kan so gut das wang’ als sie bestreichen; Den brüsten mangelt nichts als eine runde höh

Das rothe feuer strahlt ihr sichtbar aus den augen. Warum denn solte sie dem Golgerus nicht taugen?

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Sonnet an Mirabellen. · Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau · Poetry Cove