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1616–1679

Sie weinete. C. H. v. H.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Es brach der Lesbie das seufzen durch den mund Die rosen hatten hier den liljen weichen müssen. Man sah der thränen bach auf beyden wangen flüssen Ein heisses ach und weh quall aus des hertzens grund.

Ich schaute wie der schmertz in ihren augen stund Wie ihre strahlen sich durch angst verdecken liessen Es lag die freundlichkeit in ohnmacht zu den füssen. Und ihr verworren haar that ihre wehmuth kund.

Ich fühlte diese noth auf meine seele dringen Es grif die kalte pein auch meine geister an Und weil die wehmuth nicht mit freyheit reden kan So kont ich endlich nichts als diesen reim erzwingen:

Wie meinen geist belebt der schönen augenschein So soll ihr weinen itzt auch meine sündflut seyn.

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