Es führte Lesbia in ihrer weissen hand
Ein wunderschönes tuch dem kreide nicht zu gleichen
So nur alleine will dem schnee der hände weichen
Weil dieser es beschützt vor ihrer augen brand.
Doch scheint es wie sich selbst das köstliche gewand
Bloß und alleine will von dieser sonne bleichen
Und muß die nadel gleich durch seine faden streichen
So wird es doch durch diß ie mehr und mehr bekandt.
O wunderschönes tuch! dir blühet das gelücke
Jhr auge zieret dich mich tödten dessen blicke
Dich macht es lieb und werth mir hat es haß gebracht
Dein faden fühlt die stich ich fühle sie im hertzen
Dir bringt er ehr un ruhm mir macht er noth un schmerzen
Dich setzt er an den tag mich in die todes-nacht.