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Sie nähete ein weisses tuch

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Es führte Lesbia in ihrer weissen hand Ein wunderschönes tuch dem kreide nicht zu gleichen So nur alleine will dem schnee der hände weichen Weil dieser es beschützt vor ihrer augen brand.

Doch scheint es wie sich selbst das köstliche gewand Bloß und alleine will von dieser sonne bleichen Und muß die nadel gleich durch seine faden streichen So wird es doch durch diß ie mehr und mehr bekandt.

O wunderschönes tuch! dir blühet das gelücke Ihr auge zieret dich mich tödten dessen blicke Dich macht es lieb und werth mir hat es haß gebracht Dein faden fühlt die stich ich fühle sie im hertzen

Dir bringt er ehr und ruhm mir macht er noth und schmertzen Dich setzt er an den tag mich in die todes-nacht.

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