Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau
Sey tausendmahl o schönstes kind willkommen Luci'gen bist dus oder bist dus nicht? Wo hat sich denn mein glücke hergenommen Daß mir dein licht bey stiller nacht anbricht
Erwünschtes glück soll ich denn mit vergnügen Noch heute schatz in deinen armen liegen? Entweichet nun ihr müden liebes-sorgen! Ihr findet doch bey mir mehr keinen platz
Vor sehnt ich mich mit schmertzen nach dem morgen Itzt bringt die nacht mir meinen liebsten schatz Und läst mir zum vergnügten liebes-raube Mein liebstes mädgen meine turtel-taube.
Ach säume nicht mein kind mich zu vergnügen Komm her du ausbund aller meiner lust Laß mich vergnügt in deinen armen liegen Und gönne mir die seiden-weiche brust
Es stehet schon in deiner hand mein leben Was mir und dir vergnügte lust kan geben. Nun fühl ich recht das liebende versüssen Mein geist ist ausser mir ich weiß nicht wo
Wie wird dir doch mein kind bey meinen küssen? Wohl! liebstes kind es ist mir eben so Ich sencke schon die matten augen-lieder Vergnügt auff deine zarten brüste nieder.
Wiltu mir nicht mein kind noch eins verstatten Daß ich dich darff – – – ach kind wo bistu hin Wo bleibt die nacht mit ihren dunckeln schatten? Nun seh ich erst daß ich betrogen bin
Ein blasser traum der hat mich dir entzogen Und mich zugleich vergnügt und auch betrogen.
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