Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau
Sclaven schlaffen in den banden Nur ich liege sonder ruh; Meiner hoffnung schiff will stranden Und läufft wilden klippen zu
Denn die flammen deiner liebe Hegen in sich lauter triebe Welcher weg will seyn Nur stein
Daß ich mit weh Dich nur lieb' Arcadie. Könt ich nur dein auge küssen Würd' ich meiner bande loß
Meine geister solten fliessen Dir ersterbend auff den schooß; Denn so wolt ich liljen pflücken Und auff deine brüste drücken
Sagen sonder leid erfreut Ihr weisser schnee Gleicht ihr nicht Arcadie.
Ich muß küssen in gedancken Ich muß lieben sonder that; Meiner sinnen circkel wancken Weil ich hoffe sonder rath
Ja mein leben wird verschwinden Eh' es die noch wird empfinden Die den todt mir bringt Und zwingt
Daß ich vergeh Verwundt Arcadie. Denn die flammen ihrer augen Die mein hertz in brand gebracht
Können mir den geist aussaugen Daß ich sonder lebens-macht Muß verlodern in der flammen Die sich legt um mich zusammen
Indem deine gunst Die brunst Durch ihre see Nicht abkühlt Arcadie.
Deine purpur-rothe wangen Die ich doch nicht angerührt Haben meinen geist gefangen Die ihn sclavisch zugeführt;
Und die liljen deiner brüste Deiner lippen süsse lüste Machen durch den zwang Mich kranck
Daß ich vergeh Und dir sterb' Arcadie.
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