Zeuch Cynthia! zeuch deine strahlen ein
Ich will hinfort ja dein gefangner seyn
Es ist umsonst daß man den feind bekriegt
Der ohne diß schon untern füssen liegt.
Dein hoher geist und meine niedrigkeit
Die stecken mir der liebe ziel zu weit
Die blöde scham der liebe widerpart
Macht daß ich dir nicht eh hab auffgewarte.
Jtzt seh ich erst wenn ein verzagter liebt
Wie er versäumt was ihm das glücke giebt.
Weg! blödigkeit ich bin mir selber feind
Daß ichs nicht eh mit dir hab gut gemeint.
Laß deine gunst die du mir kund gethan
Hertzliebstes kind auffs neue fangen an
Es wirfft sich dir der ausverschämte sinn
O Cynthia! gantz willig für dich hin.
Der hohe fels der meine qual gehört
Der weiß sehr wohl wie ich mich abgezehrt.
Ach Cynthia! ach was ist das vor pein!
So sehr verliebt und nicht behertzt zu seyn.
Nun bin ich frey indem ich nicht mehr frey
Jm fall mir nur dein mund gewogen sey.
Ich schwer dir treu ich schwere dir bestand:
Sieh Cynthia! hier hast du hertz und hand.
Gib mir hingegen die genaden-hand
Den schönen blick daran ich mich verbrand
Ich weiß daß du nicht bloß nur schöne bist
Daß freundligkeit der schönheit boden ist.