Jetzt da die nacht tritt ihre herrschafft an
Und glantz und licht mit braunem mantel decket
Da uns der schlaff die müden glieder strecket
Und einsamkeit für lust tritt auff die bahn;
So scheinet doch der schönheit holde kertze
Und treibet uns den flammen-brand ins hertze.
Ach Lisillis! erblick uns gnädig an
Und sieh die höchst-verpflichten knechte stehen
Der alles zwingt zwang uns hieher zu gehen;
Wir sagen dirs: die liebe hats gethan.
Wenn deine sonne scheint so mag der sterne
Hell-gläntzend licht sich machen in die ferne.
Jhr augen denen sonn und monde weicht;
Jhr spiegel-glaß der tieff-verliebten seelen;
Kan auch ein mensch die heisse glut verbelen
Die uns geschwind eh man es hofft beschleicht
Die unsre freyheit wirffet auff die bahre
Jm schönsten May im lentzen frischer jahre?