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1616–1679

Mutter-Thränen über den Todes-fall eines wohlgera- thenen Sohnes.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Die mutter deren hertz des sohnes tod gerühret Hat die betrübte hand auff seinen stein geführet Und gräbt mit stiller angst die schmertzen selber ein Die ihr ihn seel und geist stets reg und lebend seyn:

Hieher hat GOttes schluß dasselbe kind geleget Das seine mutter noch in ihrem hertzen träget Sein alter nennt ihn kind die tugend einen mann Die tugend die ihn itzt zum engel machen kan

Und in die zahl versetzt die man nicht soll beklagen Weil man die seligen nicht kan zu grabe tragen Ein allzu langer schmertz vor todte narren ist Und nur ein kluger will daß man ihn nicht vergist.

Ihr thränen die ihr hier den alten jammer treibet Beweinet nicht den sohn beweint der mutter noth Und sprecht: Sein sterben sey auch endlich noch ihr tod. Es schleußt sich freud und lust mit dieses kindes augen

Die in dem leben nicht im tode thränen saugen; Denn er hielt ein gebot und wiese noch als kind Daß in dem vierdten auch die andern neune sind. Nun du ruhst allzuwohl ich muß vor mich was schreiben

Und nach gefährter angst auff diesem schlusse bleiben: O GOtt du reissest mir mein ander hertze hin Zu zeigen daß ich nur an dich gewiesen bin.

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