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Klage

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Ich weiß nicht was ich thu ich weiß nicht was ich bin Ich weiß nicht ob ich lieb ich weiß nicht ob ich hasse Es will mir Florida nicht leichtlich in den sinn Daß ich dich lassen soll indem ich dich umfasse.

Doch lieb ich dich zu sehr so liebt dich diese nicht Die unsern vorsatz kan erhalten und zerbrechen Und hassen kan ich nicht mein auge und mein licht Viel eher wolt ich mir das hertze selbst durchstechen.

Zwey wege sind allhier und keiner ist nicht gut Denn beyde sind geschickt mein hoffen zu zerstören; Es streiten ietzt in mir so wol vernunfft als blut Doch weiß ich nicht was ich am ersten solte hören.

Ich bin ein einsam schiff das wind und wellen treibt So bey dem ruder auch den ancker hat verlohren Ich finde keinen port da mein gelücke bleibt Und schlüsse daß man mich zum leiden hat gebohren.

Diß was mir endlich schärfft die überhäuffte noth Ist daß ich nechst bey dir dich werde meiden müssen Daß mich der hunger plagt immittelst korn und brod Und dürrer durst verzehrt bey brunnen und bey flüssen.

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Klage · Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau · Poetry Cove