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1616–1679

Jhre kleider sind das schönste an ihr.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Phillis meinet ihres gleichen Findt sich nicht in dieser welt Habe sie gleich nicht viel geld Müssen ihr doch andre weichen

Weil ihr ungemeiner pracht Sie vor andern herrlich macht. Jhre wunder-schöne kleider Die sie offt verwechseln kan

Stehen ihr so trefflich an Daß das gute mägdchen leider! Alles was ihr wird geschenckt Wieder an den hintern henckt.

Gleichwohl hat sie vorzuschützen Daß der blosse kleider-pracht Sie zu einer dame macht Sonsten kan sie wenig nützen

Weil es ihr am angesicht Mehr als allzu viel gebricht. Denn sie ist gantz schwartz von farben Doch mit gelben untermengt

Wie die schweine so man sengt Mit viel tausend pocken-narben Und die nase samt dem mund Wiegen ein und zwantzig pfund.

Wenn sie liebe will erwecken Muß sie seyn darauf bedacht Daß sie gute anstalt macht Jhr gefichte zu bedecken

Liesse sie es unbedeckt Würde man nur abgeschreckt. Drum so ist sie ja zu loben Daß sie mehr als andre prangt

Weil es an den kleidern hangt Daß sie höher wird erhoben Als nach aller leute wahn Jhrem stand gebühren kan.

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