Man sagt: Lisette sey dem himmel anverwandt
Jhr antlitz zeige nur die schönsten sonnen-blicke
Jhr auge wiße nichts von schelmerey und tücke
Und was entzündung heißt sey ihr noch unbekandt
Sie kenne keinen haß sie wisse nichts von plagen
Noch weniger von stoltz und grausamkeit zu sagen.
Gewiß! diß alles hegt zwar einen güldnen schein
Und will den sichren schluß uns ins gedächtnüs binden
Wir werden lauter glück in ihrem umbgang finden
Und niemals ohne trost und süsse hoffnung seyn:
Die liebe werde sich mit unsrer lust vermählen
Und die vergnügung uns zum nechsten nachbar wehlen.
Ach! aber weit gefehlt es ist umb uns gethan
Wofern wir auf den stein des bloßen ansehns bauen
Und ihren blicken uns und unsre wohlfahrt trauen
Was vor verändrung wird man nicht in kurtzem sehn?
Wo wird alsdenn der trost wo wird die hoffnung bleiben
Wenn nun Lisette wird ihr lust-spiel mit uns treiben?
Zwar steh ichs selber zu: Sie ist dem himmel gleich
Dem himmel aber nur wenn er in wolcken blitzet
Wenn er in schwartzer lufft die scharffen pfeile spitzet
Und zum gehorsam treibt der erden weites reich:
O weh! der armen welt wie wird die freude schwinden
Wenn man statt sonnen wird cometen vor sich finden.
Heult dann ihr junges volck eur ende naht herbey
Lisettens auge will nur lauter unfall dräuen
Und nichts als feur und krieg und sterben prophezeyen.
Jtzt! itzt! entdeckt sie erst und lehrt uns was sie sey:
Denn da sie sich geschickt auff mehr denn tausend leichen
Sagt mir; wer wird doch wol Lisettens grimm entweichen?