Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau
Ich will itzt meinen geist nicht auf der erden Weil seine flügel nach den sternen ziehn Was sterne liebt kan zwar nicht sternen werden Weil nesseln nicht so wie die rosen blühn:
Doch kan dein hoher sinn mich Flora tragen Dahin wo mir das glück sonst will absagen. Magnet zieht eisen an und du mein hertze Ich leg es dir zu treuen händen hin;
Denck nicht daß ich mit bunten farben schertze Du siehest mein gesicht doch nicht den sinn: Wenn mögligkeit mir will ihn lassen mahlen So wirst du liebe auch mit liebe zahlen.
Schau ich dich göttin an und dein gesichte So seh ich mehr als klar des himmels zier Wie deiner augen paar den glantz vernichte Den sonn und monde brauchet für und für;
Und wie du holtz und berg und thal entzündest Wo du was zunder nur und schwefel findest. Seh ich die weisse hand und deine glieder So muß der alabast zu grabe gehn.
Der wangen liebligkeit giebt mir kaum wieder Daß ich vermag auf meinem fuß zu stehn; Weil milch und purpur hier vermählet lieget Weiß ich daß deine pracht zur sonnen flieget.
Dein schöner mund sticht weit corallen abe Rubin der siehet ihn als mutter an Es stirbet deine pracht auf seinem grabe Weil dein mund selbsten sich nicht küssen kan;
Erweichst du deinen sinn und dein gemüthe So seh ich meinen wunsch in schönster blüthe. Was sind die brüste? ambrosiner kuchen Die doch vor dich nicht selbst gebacken seyn;
Sie würden mit der zeit dir selber fluchen Drum lade einen gast zu diesen ein Dörfft ich mit einem blick dieselben rühren So würdest du mich aus mir selber führen.
Diß was ich hier gesagt ist wohl zu rühmen Doch mehr dein hoher geist der in dir lebt; Die tugend will dir stets dein haar beblümen Die sie vom schönsten golde hat gewebt;
Sie muß dir immerfort zu dienste stehen Denn du kanst anders nicht als mit ihr gehen. Ich opffre meinen sinn dir Flora eigen Nim ihn auch wie du wilt zu diensten hin
Es soll das tieffe meer eh gantz verseigen Wenn ich nicht immerfort dein diener bin. Eh soll das wasser lufft zu steine werden Und mein erblaster leib zu weisser erden.
Wenn ich gestorben bin soll meine seele Vor deinem schönen mund zur wache stehn Und schweben stets um die corallne höle Ja nimmermehr von dar zurücke gehn.
Wenn nun um dein gesicht die lufft wird spielen So wirst du meinen letzten seuffzer fühlen.
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