Ihr hellen mörderin ihr augen schliest euch zu
Jedoch die schönen brüste
Als zunder meiner lüste
Geniessen keine ruh
Ihr auffgeblehter schnee rafft alle krafft zusammen
Und bläst in meine flammen.
Es muß dein athem ja wohl glut und hitze seyn
Denn was daraus erqvillet
Ist auch mit brand erfüllet:
Der edlen flammen schein
Bezeuget als rubin sich auff der berge spitzen
Mich armen zu erhitzen.
Du schläffst in sichrer ruh ich aber wach allhier
Verirret in den schrancken
Voll schlüpffriger gedancken
Ich schaue dich in mir
Und ich bemühe mich den unmuth zu versüssen
Im geiste dich zu küssen.
Ich fühle wie mich hier des ambers lieblichkeit
Den deine zunge giebet
Wenn sie am schärffsten liebet
Mit anmuth überstreut
Und wünsche daß dein geist auch in dem schlaffe spüre
Was ich im sinne führe.
Es muß ein süsser traum von liebes-schelmerey
Dir durch die adern dringen
Und dich zu etwas zwingen
So dir gantz fremde sey
So dich zu früher zeit so bald du wirst erwachen
Auch schamroth könne machen.
Der liebes-engel selbst so neidisch ist wie du
Der will sich itzt bemühen
Den fürhang fürzuziehen
Von wegen deiner ruh;
Doch must du mit der zeit mir ungescheut entdecken
Wie dir die träume schmecken.