Skip to content
1647

[Ihr hellen mörderin/ ihr augen schliest euch zu]

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Ihr hellen mörderin ihr augen schliest euch zu Jedoch die schönen brüste Als zunder meiner lüste Geniessen keine ruh

Ihr auffgeblehter schnee rafft alle krafft zusammen Und bläst in meine flammen. Es muß dein athem ja wohl glut und hitze seyn Denn was daraus erqvillet

Ist auch mit brand erfüllet: Der edlen flammen schein Bezeuget als rubin sich auff der berge spitzen Mich armen zu erhitzen.

Du schläffst in sichrer ruh ich aber wach allhier Verirret in den schrancken Voll schlüpffriger gedancken Ich schaue dich in mir

Und ich bemühe mich den unmuth zu versüssen Im geiste dich zu küssen. Ich fühle wie mich hier des ambers lieblichkeit Den deine zunge giebet

Wenn sie am schärffsten liebet Mit anmuth überstreut Und wünsche daß dein geist auch in dem schlaffe spüre Was ich im sinne führe.

Es muß ein süsser traum von liebes-schelmerey Dir durch die adern dringen Und dich zu etwas zwingen So dir gantz fremde sey

So dich zu früher zeit so bald du wirst erwachen Auch schamroth könne machen. Der liebes-engel selbst so neidisch ist wie du Der will sich itzt bemühen

Den fürhang fürzuziehen Von wegen deiner ruh; Doch must du mit der zeit mir ungescheut entdecken Wie dir die träume schmecken.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
[Ihr hellen mörderin/ ihr augen schliest euch zu] · Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau · Poetry Cove