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1616–1679

Grabschrifft eines neuen Orbilii.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

So wird nun endlich deine hand Gescharret in den dürren sand Die hier so oft und wohl gestrichen Es steht der kleinen knaben schaar

Um deine schwartze todten-baar Und klagt: ihr lehrer sey verblichen. Du hast manch nacktes angesicht Gestellet an das helle licht

Und dessen blösse wohl besehen Du führtst die rute meisterlich Obgleich der knabe krümte sich So halff doch kein erbärmlich flehen.

Nicht einer den du hast gelehrt Der dir unfleißig zugehört Kan sagen daß er sey entgangen: Du hast niemahls den fleiß gespart

Mit deiner seltnen wunder-art Zu färben beyde hinter-wangen. Bald muste dir ein knabe knien Die hosen auf die erde ziehn

Daß du den fuß drein kontest setzen; Bald stunden sie an einer reih Bey iedem schmitz war ein geschrey Das konte kräfftig dich ergötzen.

Den steltest du auf eine banck Und wenn die rute war geschwanck Umflochte sie fast gar die lenden Weh denen die aus trotzigkeit

Verkehrten irgend ihre seit Und wolten dir den ‒ ‒ ‒ ‒ entwenden. Nun werther lehrer schlafe wohl Die knaben wollen ein Mausol

Auf deine grabes-stelle bauen Entblöst da einer sein gesicht So schwer ich du enthältst dich nicht Du wirst ihn auch noch tod beschauen.

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