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1616–1679

Gedancken über die eitelkeit.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Was ist diß thun so dein gemüthe liebet? Dem sich die lieb’ so leichtlich übergiebet? Ein weisser koth der farb und masqve trägt Den ieder wind der eitelkeit bewegt.

Den mehr dein gold als deine bitte lencket Der sinnen koth um andern koth verschencket. Die stirne so dein freuden-spiegel ist Bleibt schlüpffrig eiß; und so du das erkiest

So wird dein fuß mit deiner freyheit fallen. Die stimme so du stündlich hör’st erschallen Ist dieser gleich so die Syrene bringt Und tödten kan wie süsse sie auch klingt.

Die küsse so du von den lippen stiehlest Die stehlen dich wie wenig du es fühlest; Ja lieb’ ist wohl mehr knecht als frey zu seyn. Der wangen pracht der klaren augen schein

Wird itzt ein plitz der dich zu boden schläget Und mehr als lod ins grab der wollust träget. Wie sehr dein mund die stoltze brust verehrt Und leichten schein mit leichten worten nehrt

So wird dir doch noch die erfahrung sagen: Wie diese brust hat böse brunst getragen. Und solcher schmuck wie schöne er auch steh’t Mit faulen hin zu ihrem grabe geht.

Drum richte leib und seele wieder auff Laß der vernunfft den vormahls freyen lauff; Halt an das fleisch erläutere die sinnen So wirst du rein und weißlich leben können.

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