Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau
Kom Cynthia der frühling trit heran Die blume will nicht in der knospe bleiben Die nachtigal stimmt ihre lieder an Und will die zeit mit Liebligkeit vertreiben;
Der weinstock weint zum zeugen seiner lust Daß Phöbus ihn mit neuen augen grüsset Feld thal und berg schmückt lenden schooß und brust Wenn Flora sie mit buntem munde küsset.
Es rühren sich die kräffte der natur So durch den frost vor diesem war verschlossen Was adern hat kommt auff der liebe spur Und was der thau des himmels hat begossen.
Cupido reist auff seine laute zu Die saiten sind des leibes beste sehnen Ich Cynthia verliehre trost und ruh Bewegen dich nicht meine heissen thränen?
Komm Cynthia bewege geist und fuß Und komm mit mir in einen schlechten garten Der blumen schaar empfindet fast verdruß So lang auff dich mein schönes licht zu warten
Was noch der frost mit schlechten banden drückt Und eine lusst des weissen nordens bindet Wird alsobald trlöset und erquickt Wenn sich der glantz von deiner sonnen findet
Trit frölich zu denck auff die blumen nicht Dieselben durch die füsse zu verderben Es ist ihr wunsch also seyn zuger Und durch den fuß der himmlisch ist zu sterben.
Doch liebest du vielmehr die süsse rub Und bist gesinnt dich in das graß zu setzen So läst es dir auch diese freyheit zu Wie solte sie das schöne theil verletzen.
So trachte nur weil erd und himmel lacht Die schöne zeit nicht schläfrig zu verliehren. Erwege doch was jener sperling macht Es will der schalck uns in die schule führen.
Schau was man dort mit jener schmate thut Man nimt den stock und pfropffet in die krinne Es regt in mir sich adern geist und blut Komm daß ich auch dergleichen spiel beginne.
Cookies on Poetry Cove