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[Fach/ Amaranthe/ deine ballen]

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Fach Amaranthe deine ballen Mit frischen seuffzern wieder auff; Laß nicht die bälge niederfallen Flöß thau von deinen lippen drauff:

Hüll ihre flammen In scharlach ein Zwing sie zusammen Biß sie wie stein

Gebildet seyn. Die brüste sind der liebe zunder Wovon die schönheit nahrung nimmt. Ein stamm und abgott aller wunder

So blüht und frucht zugleich bekömmt. Des tempels kertzen Sind so gemacht Daß kalten hertzen

Durch ihre pracht Wird glut beybracht. Der wangen bunte zauber-künste Sind ohne würckung bey der brust;

Die achseln schimmern wie durch dünste Und zehl'n mit stirn und kinn verlust. Die lippen welcken Und siegen nicht

Wenn ihren nelcken Der brüste pflicht Ein hauch gebricht. Sagt ob was schöners wohl zu finden

Als wo sich milch und blut vermählt Und perlen mit corall verbinden Wo lust die holen seuffzer zehlt. Cupidens kriege

Sind sonder lust Wenn seine siege Der zarten brust Nicht sind bewust.

Ihr zucker-äpffel aller lüste Entblöst den marmel den ihr hegt Weht flor und schleyer weg ihr brüste Weist was der strauch vor blumen trägt.

Was stets entdecket Ist nur gemein; Was ihr verstecket Kan ohne schein

Und werth nicht seyn. Ihr felsen jauchzet weil die liebe An euch die güldne pfeile wetzt Den himmel macht kein nebel trübe

An den zwey monden sind gesetzt. Lilg' und rubinen Sind sterne hier Doch strahlt vor ihnen

Des krantzes zier Die sonn' an dir. Von blumen die die wespe lecket Trägt keine biene honig ein

Und was nach fremden küssen schmecket Kan kein altar der liebe seyn; Der brüste spiegel Macht im gesicht

Daß alle riegel Der zucht durchbricht Gar leicht zu nicht. Du milch-brunn süsser anmuths-triebe;

Berg der mit flammen um sich schlägt; Du zauber-kreyß der grimmen liebe; Sarg der des buhlers freyheit trägt; Ihr purpur-lippen

Und brust wohlan! An euren klippen Fährt itzt mein kahn. Der wollust an.

Hüll' Amaranthe nur die schätze In würm-gespinste wieder ein Zeig ihnen der natur gesetze Daß nur ein pfleger könne seyn.

Halt sie verholen Biß sie begehrt Der ihre kohlen Durch ambra nehrt

Und dich mit ehrt.

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