Skip to content
1616–1679

Er suchet Sylviens gegen-liebe.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Der sonne sanfftes aug' ist immer ohne neid, Sie wirfft den hohen glantz auch in die tiefsten thäler, Drum glaube, Sylvia! es ist kein großer fehler, Wenn deine gunst ihr licht gleich auf mein hertze streut.

Ich gebe gerne zu, daß ich verwegen bin, Indem ich mich zu dir, als einer sonne, wage; Denck aber auch, dein knecht schau niemals freuden-tage, Es nehme dann dein stern die finstern nebel hin.

Erschrick nicht vor der glut, sie führet keinen rauch: Wo sie nur stille brennt, da bringt sie viel vergnügen. Die dornen, welche dir und mir im wege liegen, Verwandeln witz und treu in einen rosen-strauch.

Sey offentlich so stoltz und ernsthafft als du willst, Ich will dir offentlich auch nichts als ehrsucht zeigen, Wofern du meine glut, die sonst beständig schweigen Und deiner schonen wird, nur im verborgnen stillst.

Allein, du trauest nicht, dein argwohn ist zu scharff, Du denckst, ich würde mir die gröste freyheit geben. Ich aber schwere dir, durchaus vergnügt zu leben, Wenn auge, mund und hand nur mit dir spielen darff.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Er suchet Sylviens gegen-liebe. · Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau · Poetry Cove