Entbrich der fessel dich und fleuch den falschen wahn
Daß Roselinda sey vor göttlich mehr zu schätzen
Nicht laß dich ihren kuß so wie vorhin ergötzen
Es ist nunmehr um sie und ihren ruhm gethan
Weil auch ein sclave selbst sich ihr gebrauchen kan
Und seinen schlechten mund an ihre lippen setzen:
Du must sie warlich ietzt aus seel und geiste ätzen
In dem ihr schnöder fuß betrit die laster-bahn.
Es weicht der purpur selbst von den bekandten lippen
Es flieht der marmor weg der doppelt runden klippen
Schau wie sich noth und spott ihr zur gefärtin macht!
Die tuber-rosen sind von wespen angestochen;
Es ist der siegel-ring der keuschheit ihr zerbrochen.
Mit einem wort: sie hat ein kind zur welt gebracht.