Die lieb ist unvernunfft die mit vernunfft vermengt
Ein fried-gesellter haß betrug vermischt mit glauben
Ein' hoffnungsvolle furcht ein schiffbruch dessen rauben
Uns dennoch süsse dünckt ein stein so uns bedrängt
Ein angenehm Charybd und ein gesundes krancken
Ein hunger der sich muß mit seiner sattheit zancken
Ein vollgezechter durst und trunckne nüchternheit
Ein schönes freuden-spiel das garstig unglück endet
Ein port der uns verschlingt wenn man schon angelendet
Ein süsser übelstand und üble süssigkeit
Ein bittrer honigsafft der von geruch beliebet
Und der uns im geschmack gifft pest und galle giebet
Ein wetter das man wünscht und eine lichte nacht
Ein dick verfinstert licht ein abgestorbnes leben
Und ein belebter tod; ein fehler der vergeben
Doch nicht vergessen wird. Ein schandfleck der mit pracht
Und schmincke sich bestreicht. Ein tugendhafftes laster
Und schnöder missethat gelindes artzney-pflaster
Ein unbeständig spiel und ein beständig trug
Ein' ausgekräffte krafft ein gantz beweglich festes
Ein allgemeiner schluß der narrheit nennt sein bestes
Ein rath der urtheil spricht gantz ohne recht und fug
Ein wohlstand der betrübt ein glück das nicht erscheinet
Ein lust-hauß da die seel den freyen stand beweinet.