Ach! wirff doch einen blick auff deine silber-ballen
Verstockte Sylvia
Sie sind dem tode nah;
Die spitzen lassen schon die rosen-blüthe fallen
Die berge ziehn die stoltzen liljen ein
Und werden bald so gleich wie deine wangen seyn.
Wie sind wir schreyen sie dann darum nur erschaffen
Daß uns ein blinder groll
In kercker schliessen soll?
Cupido nennet uns ja seine liebes-waffen.
Was kommet dich dann für ein eyffer an
Daß du o Sylvia! uns in den bann gethan?
Ihr männer helffet uns durch eure macht errteten!
Zerreißt das mörder-schloß
Und macht uns wieder loß.
Wir lieben keinen zwang und leiden keine ketten
Und Franckreichs mod’ und tolle kleider-pracht
Mag seyn für wen sie will nur nicht für uns gemacht.
So klagen Sylvia die hart-bedrängten Kinder.
Ach höre doch ihr schrey’n
Und hilff sie bald befrey’n
Wo nicht so schneid sie ab und wirff sie vor die rinder.
Dann wann sie nur im finstern sollen ruhn
So kan dirs wann du willst auch wohl ein schuptuch thun.