Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau
Ich soll mich mit gewalt verlieben Mir ist zur inclination Ein artig mädgen vorgeschrieben; Wiewohl ich bleibe noch davon
Weil ich das marck der besten jahre Vor mich und gute freunde spare. Ich habe zwar nichts auszusetzen Das mädgen ist wohl liebens werth.
Und diesen will ich glücklich schätzen Den sie zum courtisan begehrt. Nur ich will mich des glücks begeben Und in beliebter freyheit leben.
Sie weiß sich propre auffzuführen; Manch frauen-zimmer läst auch drum Ein krummes maul zum possen spüren Doch das verdoppelt ihren ruhm.
Die armen sünder müssen passen Und ihr das prä in allen lassen. Wem sind die wunder-schönen blicke Und ihre minen nicht bekandt?
Es fehlt ihr nichts in keinem stücke Was sie nur hat das ist galant. Der wird erst schöne sachen wissen Der sie mit appetit darff küssen.
Mir steht die thür vor andern offen. Doch weil mich vor die courtoisie Mein glücke läst was bessers hoffen So geb ich mir auch keine müh
Und habe den termin im lieben Auff lange zeit noch abgeschrieben. Ich will bey guten freunden bleiben Die sollen manchen lieben tag
Die lange zeit gewünscht vertreiben. Und weil Coffee und auch toback Die angenehme lust vermehren Will ich die liebe noch verschweren.
Wenn ja mein hertz an solchen dingen Sich endlich noch verplämpern soll So laß ich mich durchaus nicht zwingen Gezwungne speise schmeckt nicht wohl.
Ich muß die wahl und freyheit haben Wenn ich mich soll nach wunsche laben. Und also last mich Mit einer inelination
Sonst geht mir alle lust verlohren. Deßwegen bleib ich auch davon Und mag mich nicht damit vermengen Noch vor der zeit die flügel hengen.
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