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[Dorinde soll ich denn verbrennen]

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Dorinde soll ich denn verbrennen Und gar zu aschen seyn gemacht Ich muß dich endlich grausam nennen Ob schon dein wesen lieblich lacht;

Theils wilst du schönen rosen gleichen Theils auch den nesseln selbst nicht weichen. Dein auge will magnetisch heissen Dein sinn ist gar ein demant-stein

Dein antlitz will vom feuer gleissen Dein hertze eyß und eisen seyn Dein blick darff ich dich recht abmahlen Hegt was von basilisken-strahlen.

Verzeihe wo ich was verbreche Denn ein verliebter irret leicht Wo ich zu harte worte spreche Hat deine härte sie gezeugt;

Erwege selbst ob deine sinnen Durch einen seuffzer zu gewinnen? Man schlägt auff einem weichen küssen Den härtsten feuerstein entzwey

Die perle pfleget zu zerfliessen Bringt man ihr scharffen eßig bey Und meiner thränen heisser regen Kan dich Dorinde nicht bewegen.

Dorinde habe denn erbarmen Und sey nicht meine mörderin Was qvält dein schöner grimm mich armen Der ich bereits ein schatten bin

Verwandle doch dein eiß in flammen Und schlag mit meiner glut zusammen. Als göttin will ich dich verehren Nimm nur mein hertz zum weyrauch an

Und laß das süsse wort mich hören: Daß man gehaßte lieben kan; So wirst du recht der sonne gleichen Die schwärtzen kan und wieder bleichen.

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