Dorinde soll ich denn verbrennen
Und gar zu aschen seyn gemacht
Ich muß dich endlich grausam nennen
Ob schon dein wesen lieblich lacht;
Theils wilst du schönen rosen gleichen
Theils auch den nesseln selbst nicht weichen.
Dein auge will magnetisch heissen
Dein sinn ist gar ein demant-stein
Dein antlitz will vom feuer gleissen
Dein hertze eyß und eisen seyn
Dein blick darff ich dich recht abmahlen
Hegt was von basilisken-strahlen.
Verzeihe wo ich was verbreche
Denn ein verliebter irret leicht
Wo ich zu harte worte spreche
Hat deine härte sie gezeugt;
Erwege selbst ob deine sinnen
Durch einen seuffzer zu gewinnen?
Man schlägt auff einem weichen küssen
Den härtsten feuerstein entzwey
Die perle pfleget zu zerfliessen
Bringt man ihr scharffen eßig bey
Und meiner thränen heisser regen
Kan dich Dorinde nicht bewegen.
Dorinde habe denn erbarmen
Und sey nicht meine mörderin
Was qvält dein schöner grimm mich armen
Der ich bereits ein schatten bin
Verwandle doch dein eiß in flammen
Und schlag mit meiner glut zusammen.
Als göttin will ich dich verehren
Nimm nur mein hertz zum weyrauch an
Und laß das süsse wort mich hören:
Daß man gehaßte lieben kan;
So wirst du recht der sonne gleichen
Die schwärtzen kan und wieder bleichen.