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1616–1679

Die zeit.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Was ist die edle zeit die allezeit vergehet? Ein kleiner punct worauf der grosse welt-kreiß stehet: Ein schneller blick der uns weist daß sie etwas sey: Nichts ehe sie kommt an; nichts wenn sie schon vorbey.

Jhr wesen läst die zeit nicht blöde sinnen kennen Das kluge seelen kaum verstehen recht zu nennen; Sie giebt in der natur den anfang und beschluß Lehrt was verschwunden ist zeigt was geschehen muß.

Wenn sie vergangen ist wer kan sie wieder bringen? Wer kan wenn sie noch fern sie bald zu kom̃en zwingen? Wie starck ist ihre krafft? sie bricht den stein und stahl Verändert städt und leut’ ist mächtig überall.

Wohl dem wer in die zeit sich allzeit weiß zu schicken Und was zukünfftig ist bey zeiten kan erblicken. Wer seine zeit auf GOtt wendt in der sterbligkeit Der macht ihm hier und dort aus böser gute zeit.

Wie lang ist unser zeit? spricht der betrübten klage Weil kummer kranckheit angst uns macht aus stunden tage. Wie kurtz ist bey der lust die zeit der ewigkeit Wo tausend jahre sind nur eines tages zeit.

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Die zeit. · Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau · Poetry Cove