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1616–1679

Die männer auch nicht.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Ein mann sey wie er immer sey So wird ihm doch was fehlen; Der säuffer legt das geld nicht bey Er jagt es durch die kehlen;

Der jung ist liederlicher art Und nascht gern auf der seiten; Der alte ist ein nößelbart Und kan wol nicht zu zeiten.

Der geitz des reichen leidet noth Bey seinem vollen kasten; Der arme läst bey schwartzem brodt Das arme weibchen fasten.

Der krieger ist kein courtisan Und macht es nicht fein sachte; Dem keuschen kommts nicht allzeit an; Dem wilden alle nachte.

Der hochgelahrte ist erpicht Allein auf seine bücher; Der ignorant taugt folgends nicht Und ist noch wunderlicher.

Mit kurtzem: es bleibt wohl dabey Und ist nicht zu verhehlen; Ein mann sey wie er immer sey So wird ihm doch was fehlen.

Ich muß Eudoxe dir und Creon doch entdecken Wie ich euch gestern sah verbotner speise schmecken: Denn da ihr beyderseits gantz sicher dacht zu seyn So guckt ich unverhofft zum schlüssel-loch hinein.

Doch weil ich schweigen kan so soll kein mensch nicht wissen Daß ihr euch öffters so pflegt ingeheim zu küssen. Nur dieses rath ich euch und bitte folgt mir doch; Wolt ihrs noch weiter thun verstopfft das schlüssel-loch.

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Die männer auch nicht. · Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau · Poetry Cove