Ein mann sey wie er immer sey
So wird ihm doch was fehlen;
Der säuffer legt das geld nicht bey
Er jagt es durch die kehlen;
Der jung ist liederlicher art
Und nascht gern auf der seiten;
Der alte ist ein nößelbart
Und kan wol nicht zu zeiten.
Der geitz des reichen leidet noth
Bey seinem vollen kasten;
Der arme läst bey schwartzem brodt
Das arme weibchen fasten.
Der krieger ist kein courtisan
Und macht es nicht fein sachte;
Dem keuschen kommts nicht allzeit an;
Dem wilden alle nachte.
Der hochgelahrte ist erpicht
Allein auf seine bücher;
Der ignorant taugt folgends nicht
Und ist noch wunderlicher.
Mit kurtzem: es bleibt wohl dabey
Und ist nicht zu verhehlen;
Ein mann sey wie er immer sey
So wird ihm doch was fehlen.
Ich muß Eudoxe dir und Creon doch entdecken
Wie ich euch gestern sah verbotner speise schmecken:
Denn da ihr beyderseits gantz sicher dacht zu seyn
So guckt ich unverhofft zum schlüssel-loch hinein.
Doch weil ich schweigen kan so soll kein mensch nicht wissen
Daß ihr euch öffters so pflegt ingeheim zu küssen.
Nur dieses rath ich euch und bitte folgt mir doch;
Wolt ihrs noch weiter thun verstopfft das schlüssel-loch.