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[Die freyheit leg ich dir zu deinen füssen]

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Die freyheit leg ich dir zu deinen füssen Und die vernunfft liegt auch dabey Damit nun alles deine sey So wird mein gantzer leib dir künfftig dienen müssen

Denn wer so redlich liebt und auff dich denckt wie ich Behält gewißlich nichts zum eigenthum vor sich. Ich weiß Amanda dir ein mehrers nicht zu geben Ich reiche dir so viel ich kan;

Nimm nur mein hertz geneiget an Das ohne deinen dienst verschworen hat zu leben Schleuß dieses schlechte gut in dein behältniß ein Und laß vertrauligkeit desselben siegel seyn.

Du wirst mein sanfftes joch mit reiner seide zieren Es wird mich deine schöne hand Das atlaß weich- und weisse band In den beblümten kreyß der wollust-gärte führen.

Mein geist schmeckt allbereit der blumen lieblichkeit Damit Amanda mir das schlechte haupt bestreut. Durch deine höffligkeit so mit dir ist gebohren Und dich als ihre schwester liebt

Wird ja dein sclave nicht betrübt Du hast noch keinen freund zum marterthum erkohren Ich weiß du wirst mich noch auff rosen heissen stehn Und meine sonne mir nicht lassen untergehn.

Wer wolte sich durch dich nicht willig lassen binden Das angenehme wunder-licht So aus den schönen augen bricht Läst nichts als morgenschein und süsse lust empfinden.

Die seuffzer so allhier das hertze fahren läst Hat nur der überfluß der anmuth ausgepreßt. Laß deinen treuen freund in diesen banden sterben Komm drücke mir die augen zu

Nichts blendet mich so gut als du. Und meine freyheit kan nicht grössern ruhm erwerben Als wenn indem dein mund bey ihrer leiche lacht Dein leib ihr einen sarg von sammt und rosen macht.

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