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1616–1679

Die bey dem mausolæo redende Artemisia.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Aus der Schaut dieses denckmahl an, wo ehr und traurigkeit Auf gleichen thronen herrscht! Seht, was noch keine zeit Und kunst gewiesen hat! Das Asien gebaut,

Wodurch sich die natur selbst überwunden schaut! Der liebe griffel hat die grabschrifft eingeätzt, Und statt der farbe sie mit thränen voll genetzt: Sie baut in dieser grufft vor meines fürsten ruhm,

Dem tode zum verdruß ein ewig heiligthum. Doch liebe! welch ein fleck beschmützt dein ehren-kleid, Wenn ich die marmel hier zu neben-buhlern leid’? Und meiner seele gluth, die keiner thränen guß

Zu leschen fähig ist, mit ihnen theilen muß? Nein, Artemisia! nachdem Mausolens geist Jtzt in das blasse feld der todten abgereist, So muß die liebe doch die strahlen von sich streun,

Und auch die asche selbst in dir lebendig seyn.

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