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1616–1679

Der Sterbende Socrates.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Der reine Strom so aus den Felsen springet Und in den Bach mit schnellen Fluten dringet Wird durch den Schlam offt trüb und schwartz gemacht Und unser Geist wie rein er ist gebohren

Verleuret bey den Sinnen seine Pracht In dem er ihm den faulen Weg erkohren. Wann nun der Geist allein auf sich besteht Und ihm kein Sinn nicht an der Seiten geht

Ja gantz allein auf seine Rechnung trauet So wandert er von allem Schlamm befreyt Durch einen Weg darauf die Warheit bauet Gantz ungeirrt hin auf die Ewigkeit.

Der reine Trieb kan solche Wirckung machen Daß er erlangt die Eigenschafft der Sachen Die weder Zeit noch Zufall ändern kan Das ist das Thun dem sich der Geist ergiebet

So nimmermehr dem Wesen unterthan Dem von Natur Verwandelung beliebet.

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Der Sterbende Socrates. · Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau · Poetry Cove