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1616–1679

Der Sterbende Socrates.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Du glaubest aber diß daß nach den letzten Stunden Wann nun der reine Geist dem Fleische wird entbunden Und wir erstarret sind Der Cörper etwas noch in seinem Wesen bleibe

Und man das faule Grab genug bemühet find Eh’ es den schlechten Kloß des Leibes recht zutreibe. Ja wenn ein schneller Fall durch unverhoffte Macht Hat einen frischen Leib in ihre Bande bracht

So weiß man noch zu haben Ein Mittel so den Leib fast unversehrt erhält Es lehrt Aegyptien den Kunstgrieff zubegraben Daß in viel lange Zeit die Leiche nicht zufält.

Wiewol nun unser Fleisch das Fäulniß kan zutreiben Und als ein zartes Ding nicht ewig weiß zubleiben So fält doch alles nicht Dann Sehne Knorpel Bein kan nicht so bald verschwinden

Daß also auch der Todt nicht alle Glieder bricht Wiewol in allem dem nichts himmlisches zu finden.

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