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1616–1679

Der Sterbende Socrates.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Ich brannte vor der Zeit um meine junge Brust Zu schauen was die Welt in ihrem Busem träget Und mein geschwinder Geist hielt vor die gröste Lust Zu wissen wie der Trieb sich der Natur beweget

Das alles war für mich die allersüste Kost. Die Seele wa Es führte mich der Trieb zur Wissenschafft und Kunst Der Fortgang tröste mich in kurtzer Zeit zu siegen

Es war kein Augenblick vergebens und umsonst Ich maß fast allbereit wie hoch ich war gestiegen. Ich hielt gewiß davor daß ein recht edel Blut Genau erwegen soll wie alle Sachen stehen

Und wissen wie sich regt der Sonnen klare Glut Warum die Thiere hier bald werden bald vergehen Diß alles schärffte mir iemehr und mehr den Muth. Nachdem mein leichter Geist genug herum gegangen

So ward ich endlich fast auf die Gedancken bracht Ob der In dem das Fäulniß sich zu Hitz und Kälte macht Daß alle Thier allhier die rechte Krafft empfangen.

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