Als Thyrsis sich den guckguck reiten ließ
Die muntre Sylvia zu lieben,
Wie konnte Daphnen das betrüben!
Es trieb die traurigkeit sie in das paradies,
Und stieß am ufer ihr die wörter von dem mund:
Abtrünniger, verlogner, falscher hund!
Machst du nach so viel theuren schwüren,
Dir kein gewissen nicht, mich hinters licht zu führen?
So reisse dieser strom mich aus der angst und schande!
Hiermit erhob sie sich, der fuß war schon am strande,
Und zum absprung ausgestreckt;
Doch als der nahe tod ein grausen ihr erweckt,
So zog sie zitternde den zarten fuß zurücke,
Und rief: Bin ich nicht tumm? es sind zu gutem glücke
Ja noch viel hirten da,
Küßt Thyrsis gleich itzund die Sylvia;
Es kan vor mich noch hundert buhler geben,
Ich aber habe doch mehr nicht als nur ein leben.