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1616–1679

Bey übersendung eines schatten- oder sonnen-fächers. C. H.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Den selbst die sehnsucht fast zum schatten hat gemacht, Der übersendet dir hier einen sonnen-schatten. Wie nun beym schatten licht, und bey dem tage nacht; So wollst du, sonne! dich mit diesem gleichfalls gatten!

Der schatten folgt dem licht’, ich folge, sonne! dir; Doch brennen unerhört mich deines lichtes blicke: Hältst du hinfüro nun dir diesen schatten für; So find ich bey dem licht im schatten mein gelücke.

Der schatten kühlt den brand, das licht erwecket ihn; Doch du, o sonne! kanst durch licht und schatten kühlen. Wo deine strahlen sich der gegen-gunst hinziehn, Und wo du schatten machst, ist frühling-lust zu fühlen.

Ich flehe dich nun auch, mein licht und schatten, an, Dein licht zertreibe mir das schatten-werck der sinnen, Ja alles, was mir sonst die lust verfinstern kan! Und in dem schatten laß mich deine gunst gewinnen!

Doch deine gunst muß selbst nicht nur ein schatten seyn. Soll ich nun meinen zweck und deine gunst erlangen; So lasse diesen schluß, o sonne! mich erfreun: Daß sich dein schatten will mit händen lassen fangen!

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