Dein schwanen-reiner geist der aus der wohnung schritt
Eh’ man durch mittel ihn zu bleiben konte zwingen
Befiehlet uns itzund die leiche zu besingen.
Ein schatten-leises ach! ist itzt dein hochzeit-lied
Nachdem du durch den todt bist aus der welt geschwommen
Und ans gelobte land in sichern hafen kommen.
Da siehestu die welt wie wir den schneeball an
Der unumzirckte glantz dient dir zu einem kleide
Die unschuld schmückt dein haupt an statt der weissen seide
Die auch der liljen-pracht entfärbet machen kan
Dein zimmer ist gebaut in die gestirnten zinnen
Worunter schnee und blitz auff menschen sich entspinnen.
Hier liegt das blasse nichts von iederman beweint
Es ruhet zucht und ehr vor deiner schlaffstätt schwelle
Die keuschheit lehnt sich drauff ein unzertrennt geselle
Und was ersinnlich ist und was noch übrig scheint
Das schlachtet sie dir noch. Das wohnhauß deiner seele
Bewacht der Höchste dir in deines grabes höhle.
Du schläffst im seegen ein des vaters treue hand
Drückt dir die augen zu du ruhst in seinem hertzen
Die seele brennet dir an statt der hochzeit kertzen
Ein herber thrän verbleibt sein allerbestes pfand
Das er zuletzte dir in tieffstem kummer schencket
Aus einem vater-hertz durch diesen riß gekräncket.
Grab! das die tugend selbst mit ruhme überdeckt
Grab! das mit recht verlacht smaragden und rubinen
Weil alle todtenbein auch wieder sollen grünen
Grab! das uns ingesamt ein grosses leid erweckt
Du solst die zeile hier auff deinem leichstein haben:
Der kern der ist bey GOtt die schalen sind vergraben.