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1616–1679

Bey beerdigung Jfr. A. C. C. v. N.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Dein schwanen-reiner geist der aus der wohnung schritt Eh’ man durch mittel ihn zu bleiben konte zwingen Befiehlet uns itzund die leiche zu besingen. Ein schatten-leises ach! ist itzt dein hochzeit-lied

Nachdem du durch den todt bist aus der welt geschwommen Und ans gelobte land in sichern hafen kommen. Da siehestu die welt wie wir den schneeball an Der unumzirckte glantz dient dir zu einem kleide

Die unschuld schmückt dein haupt an statt der weissen seide Die auch der liljen-pracht entfärbet machen kan Dein zimmer ist gebaut in die gestirnten zinnen Worunter schnee und blitz auff menschen sich entspinnen.

Hier liegt das blasse nichts von iederman beweint Es ruhet zucht und ehr vor deiner schlaffstätt schwelle Die keuschheit lehnt sich drauff ein unzertrennt geselle Und was ersinnlich ist und was noch übrig scheint

Das schlachtet sie dir noch. Das wohnhauß deiner seele Bewacht der Höchste dir in deines grabes höhle. Du schläffst im seegen ein des vaters treue hand Drückt dir die augen zu du ruhst in seinem hertzen

Die seele brennet dir an statt der hochzeit kertzen Ein herber thrän verbleibt sein allerbestes pfand Das er zuletzte dir in tieffstem kummer schencket Aus einem vater-hertz durch diesen riß gekräncket.

Grab! das die tugend selbst mit ruhme überdeckt Grab! das mit recht verlacht smaragden und rubinen Weil alle todtenbein auch wieder sollen grünen Grab! das uns ingesamt ein grosses leid erweckt

Du solst die zeile hier auff deinem leichstein haben: Der kern der ist bey GOtt die schalen sind vergraben.

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