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1616–1679

Auff ihren abschied.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Verzeihe mir allhier mein widriges gestirne Wofern ich mich zusehr auff deinen lauff erzürne Du hast mir allzuviel auff einen tag gethan. Mein leben reiset fort und dennoch soll ich leben:

Du nimmest was du doch mir niemahls hast gegeben Und legst mir unverhört die gröste martern an. War es dran nicht genug daß ich mit tausend thränen Mich täglich doch umsonst nach kühlung muste sehnen?

Soll ich von Sylvien auch noch geschieden seyn? Ach armer Celadon! du hast zu viel erfahren Doch diese stunde mehr als vor in zwantzig jahren. Drum hoffe nur nicht erst auff neuen sonnen-schein;

Du wirst du solst du must auff dieser auen sterben: Um wie es scheint den platz mit purpur anzufärben Wo ehmahls Sylvia so schöne blumen laß. Gedencke nur nicht mehr an die vergnügten stunden;

Wie sich ihr keuscher arm um deinen halß gewunden Und wie sie milch und brod aus deinen händen aß. Die lust ist schon vorbey. Itzt ist der tod erschienen. Der tod so dir allein kan zur ergetzung dienen;

Nachdem die gantze welt dir ihren trost versagt. Die zeit verändert sich offt anders als man meynet. Heut hat dein treues hertz um Sylvien geweinet: Wer weiß wer morgen schon auch wieder dich beklagt.

O himmel wald und thal und ihr begrünten auen Wo ich mich früher offt ließ als Aurora schauen Nehmt wo ihr mich noch kennt die letzten seuffzer hin Und saget Sylvien wenn man mich hat begraben

Und sie sich wieder wird an euren blumen laben Daß ich für sie allein allhier gestorben bin.

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