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1616–1679

Auff ihre schultern. C. H. v. H.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Ist dieses schnee? nein nein schnee kan nicht flam̃en führen. Ist dieses helffenbein? bein weiß nicht weis zu seyn. Ist hier ein glatter schwan? mehr als der schwanen schein Ist weiche woll allhier? wie kan sich wolle rühren?

Ist alabaster hie? er wächst nicht bey saphiren Ist hier ein liljen feld? der acker ist zu rein. Was bist du endlich doch? weil schnee und helfenbein Weil alabaster schwan und liljen sich verlieren.

Du schaust nun Lesbie wie mein geringer mund Vor deine schultern weiß kein rechtes wort zu finden Doch daß ich nicht zu sehr darf häufen meine sünden So macht ein kurtzer reim dir mein gemüthe kund:

Muß Atlas und sein hals sich vor dem himmel biegen So müssen götter nur auf deinen schultern liegen.

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