Melinde geht dein feur so zeitig schon zu end?
Wie geht diß immer zu? kein funcke soll sich rühren
Du wilt nur schnee und eiß in deinen adern führen
Ists möglich hat das blat so plötzlich sich gewendt?
Doch was verwundr’ ich mich? wenn man die flam̃en trent
So muß nothwendig sich derselben krafft verliehren
Und kan man dieses nicht an deinem hertzen spüren
Das in zertheilter gunst vor mich und jeden brennt?
Noch gleichwohl soll ich dich als eine göttin ehren
Und meine liebes-glut fast täglich neu vermehren
Vergeß ich einen blick so ists nicht recht gethan.
Wie aber reimt sichs wohl: mein gantzes hertz begehren
Und von dem deinen kaum den kleinsten theil gewähren?
O nein! Melinde nein! so geht der tausch nicht an!