Es war der Lysis von verwunderung entzücket
Es war ihm seel und finn nicht anders als bestricket:
Er wuste selbst nicht recht wie und was ihm geschehn
Indem er unverhofft was sonders hatt’ ersehn.
Er dachte hin und her und kont es nicht ergründen
Er kunte nicht bey sich den rechten schlüssel finden;
Die weisse lilien verlohren ihren preiß
Bey diesem wunder-werck; der schnee schien nicht mehr weiß.
So kalt als dieser war so grosse hitz’ es machte
Es red’t und schwieg zugleich es schien als wenn es lachte
Jetzt bildet es ihm vor das runde himmels-zelt
Bald bildet er ihm ein die kugel dieser welt.
Als nun in solchem stand war nahe zu ihm kommen
Der kleine liebes-gott eh ers in acht genommen
Sprach er ihm also zu: nicht wunder Lysis dich
Ob diesem was du siehst; gar viel die haben sich
Verlohren an dem ort den du anietzt beschauet
Wenn sie zu kühn gewest und sich zu weit getrauet.
Diß ist der liebe thron der schönheit auffenthalt
Die wohnung aller lust die süsseste gewalt
Die sinn gemüth und hertz in ihre bande bringet
Die alles menschliche besieget und bezwinget
Der ort wo nichts als nur vergnügung ist bewust
Der liebligkeiten sitz der tempel aller lust.
Geh lieber Lysis geh ietzt magstu nur gedencken
Wie du ein opffer kanst in diesen tempel schencken.