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1616–1679

Auff eben denselben.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Wie artig trifft der mensch doch mit den blumen ein Die heute prächtig stehn und morgen doch verschwinden! Da lust und traurigkeit in stetem wechsel seyn Und sich die farben nur auff kurtze zeit verbinden.

Was arbeit kost es nicht eh man das dürre feld Kan zu der nutzbarkeit der blumen tüchtig machen? Was mühe steht es nicht eh wir die blinde welt Und ihre phantasey recht wissen auszulachen?

Und wenn die blumen nun in vollem purpur stehn Und hier die lilien dort silberne narcissen Und da die tulipen mit saamen schwanger gehn So wird die gantze pracht durch wind und sturm zerrissen:

So wenn wir kaum den schaum der erden angeblickt Und erst die balsam-krafft der bücher angerochen So wird uns durch den tod der kluge kopfft verrückt Und unser leben so wie blumen abgebrochen.

Drüm zieht ihr traurigen die müde thränen ein Weil unser wesen doch nicht eher kan bestehen Als biß wir endlich auch wie dürre blätter seyn Und unsre glieder so wie blumen untergehen.

Der todte tritt nunmehr in himmels-garten ein Und wie die blumen sich verdoppeln in der erden; So wird er weil er nicht kan irrdisch fruchtbar seyn Im himmel allererst zur vollen blume werden.

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