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1616–1679

Auff die jungfer K***. C. E.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Cupido warff im zorn die fackel aus der hand Und sprach: was nützt mir mehr dein wunder-voller brand Da sich die hertzen itzt in harten stein verkehren Und deine funcken nichts denn schnee und eyß gebähren?

Denn feuer das wol eh den himmel angesteckt Und drauff die unter-welt durch seinen blitz erschreckt Weiß mehr von keiner glut und seine kräffte schwinden Die stahl und eisen sonst wie dünnes rohr entzünden.

Verkehrt ihr flammen auch in nebel dampff und nacht Und bleibt durch diesen fluch bey aller welt veracht! So rieff er noch zuletzt zu den verloschnen bränden Und wolte sich hiermit nach seinem bogen wenden;

Ach aber! weil er blind und gar zu sicher war So hat’ inzwischen ihm die lose Nymphen-schaar Den scharff-gespitzten pfeil und auffgespannten bogen Durch gantz geschwinde list entrückt und weggezogen.

Cupido ward so bald des diebstahls nicht gewahr Als er sehr kläglich that; bald räufft er sich ins haar Bald schlug er an die brust dann fing er an zu weinen Daß erd und himmel selbst empfindlich musten scheinen.

Wiewohl diß alles war den Nymphen nur ein spott Sie höhnten noch dazu den kleinen liebes-gott Der weil ihm sein gewehr so räubrisch war genommen Jtzt ohne bogen nicht dorfft in den himmel kommen.

Er riß den flor hinweg lieff einsam hin und her Und klagte den verlust als er von ohngefehr Die art’ge K*** beym nahmen hörte nennen Und drauff begierig ward sie in person zu kennen.

Jhr nahme sprach er flöst mir wieder hoffnung ein Ich werde mehr durch sie als iemals glücklich seyn: Und ob schon gram und leid mir itzt die flügel binden; Doch wieder süssen trost in ihrem umbgang finden.

Wer kennt den zunder nicht und die verdeckte glut Und was ein kühnstock sonst vor seltne wunder thut? Gewiß! hier findet man die nahrung süsser flammen Die selbst der himmel nicht kan richten noch verdammen.

So sprach er gantz erfreut als eben drauff geschah Daß er die K*** urplötzlich vor sich sah Er sah den klugen mund die augen brust und wangen Ach! dacht er bey sich selbst: was hertzen werd’ ich fangen

Hier seh ich schon den sieg der durch verstellte list Der welt die freyheit raubt und mir bereitet ist; Man soll so kalt man ist mehr als zu viel erkennen Daß ihre blicke mehr als meine fackeln brennen.

Diß war sein letztes wort worauff er gleich zur hand Sich mit der K*** durch eyd und pflicht verband Die itzt wohin sie nur die süssen augen wendet Verwirrung feur und glut durch tausend hertzen sendet.

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