Ljsette leih' mir eins von deinen schönen augen
Denn meine wollen gar zur liebe nicht mehr taugen
Sie hegen keine glut kein feuer keinen brand
Kein funcke läst sich mehr in ihren äpffeln finden
Was lust und liebreitz heist ist ihnen unbekant
Und alle lockung will aus ihren gräntzen schwinden.
Mein finstres auge weiß von keiner brunst zu sagen
Es fängt im selben kaum vor abend an zu tagen;
Hingegen deines führt nur lauter sonnen-schein
Die flammen finden hier den zuwachs ihrer stärcke
Cupido nimmt es selbst für sich zur wohnung ein
Und thut durch dessen krafft die grösten wunder-wercke.
Gib mir Lisette dann von deinen augen-strahlen
Ich habe lust dir einst die blicke zu bezahlen
Womit du mich so fest umzogen und gerührt;
Mein aug ist viel zu schwach die sinnen zu berücken
Ach deines das zugleich blitz pfeil und bogen führt
Taugt gar zu schön für mich dein hertze zu bestricken!