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1616–1679

Auf denselben. D. M. B.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Brich, winter! Zerschmeltze schnee und eiß, Auf daß der erden-kreiß Sich nicht bey rauhen tagen

Darff über dich beklagen. Brich, winter! Lacht, felder! In einer grünen pracht,

Die alles lustig macht, Tragt rosen und violen, Wir müssen sie itzt holen. Lacht, felder!

Holt, Musen! Der schönsten blumen glantz, Und windet einen crantz, Denselben zu beehren,

Der euch pflegt stets zu hören. Holt, Musen! Erfrischet Sein höchst-bestürtztes haupt,

Dem alle lust geraubt Bey überhäufften sorgen, Durch kummer und durch borgen. Erfrischet!

Gelücke! Wirff deinen reichen klos In seine leere schoos, Und laß ihn einst erwarmen,

In deinen goldnen armen. Gelücke! Erblasse, Du molchen-gelber neid!

Der du ihn lange zeit Mit giffte so besprützet, Daß er darüber schwitzet. Erblasse!

Beschütze, O tugend! deinen Sohn Vor falschem spott und hohn! Dem böse zungen dichten

Die ehre zu vernichten, Beschütze! O sonne! Bescheine diese zeit

Mit lust und fröligkeit, Zutreibe keil und blitzen, Die sich auf sie erhitzen. O sonne!

Bringt lauten! Und spielt dem matten ohr Die frohen wörter vor: Dis licht soll sich erklären,

Und lange jahre währen. Bringt lauten! Ach himmel! Erhalte diesen Freund,

Der es rechtschaffen meynt, Vermehre seine kräffte, Durch neue lebens-säffte, Ach himmel!

So lebe, Des schwachen hauses zier! Und grüne für und für, Daß sich von deinen zweigen

Noch große stämme zeigen. So lebe. Drum gehe! Aus deinem lazareth,

Um das ein dornbusch steht, Du wirst auf unsern auen Das rosenthal erst bauen. Drum gehe!

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