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1616–1679

Aria Von der hoffnung.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Was beginnt ihr? ihr gedancken! Sollen eure finstre schrancken Lauter labyrinthe seyn? Knüpfft ihr nichts, als zweiffels-knoten?

Nein, ach nein! mit diesen noten Stimmt mein hertze gar nicht ein. Ich will hoffen; ob die sternen Sich gleich itzt von mir entfernen,

Und nicht scheinen, wie ich will. Die geduld kan alles beugen: Offt bringt ein gelaßnes schweigen Uns am besten an das ziel.

Darum weicht, ihr phantasien! Euer ängstliches bemühen Schifft auf lauter Syrten zu. Nur beständigkeit, mein hertze!

Steiffer hoffnung lichte kertze Zeigt die beste bahn zur ruh! Laß die wilden wellen toben, Schwimmt dein schiff doch immer oben!

Ist dein ancker doch noch gantz. Auf den stillen wohllust-bäthen, Wo wir sanfft und sicher treten, Crönet uns kein sieges-crantz.

Fürchtest du dich für dem stranden: Hoffnung macht niemals zu schanden Wenn sie nur vernunfft regiert. Manchmal wird ein leichter nachen

Unter klippen, sturm und krachen In den sichern port geführt. Muscheln öffnen ihre schaalen, Bis das licht der morgen-strahlen

Sie mit glantz und thau erfüllt. Zeit und witz kan perlen fangen Und ein ruhiges verlangen Bleibt gewiß nicht ungestillt.

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