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1616–1679

Aria. Als ihm seine Daphne gestorben. Leander.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Jhr vergnügten stunden! Wo seyd, wo seyd ihr hin? Ach ihr bleibt verschwunden, Nun ich verlassen bin.

Meinen Schatz, ach herbe noth! Umfaßt der kalte tod. Fließt, ihr milden thränen! Mein Schatz ist ihrer werth.

Zeigt das bange sehnen, So mich itzund verzehrt: Zeigt, daß meine lieb’ und tren Noch ungestorben sey.

Was mich nie betrübet, Macht mich nun stets betrübt, Was mich treu geliebet, Und ich auch treu geliebt,

Stirbt dahin, und meine lust Zugleich in meiner brust. Flieht, ach flieht, ihr stunden! Ich bin des lebens satt,

Weil vor meine wunden Es hier kein pflaster hat. Denn der trost, so mir gefällt, Ist nicht mehr in der welt.

Daphne kommt nicht wieder, Drum eil’ ich itzt zu ihr. Tragt, betrübte lieder! Jhr diesen vorsatz für.

Macht, daß sie aus ihrer grufft Dem treuen Damon rufft. Liebste grabes-höle, Eröffne dich vor mich!

So zieht Daphnens seele Die meinige zu sich. Durch den tod kan ich allein Bald wieder bey ihr seyn.

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