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1616–1679

An Sylvien als sie mit ihm getantzet hatte.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Ich brenne Sylvia ach aber ohne schuld! Denn du hast mich entzündet. Jedennoch leid ich mit gedult Den schaden den mein hertz empfindet.

Ich weiß es allzuwohl daß du es hast gethan Doch klag ich schönste dich bey keinem richter an. Ach strenge Sylvia! wie könt ich besser seyn? Du suchest mein verderben

Der brandt nimmt meine glieder ein Und heist mich sonder ursach sterben; Ich aber liebe dich und küsse noch das licht Das mir diß feuer hat so listig angericht.

Du weist es selber ja wie heimlich es geschehn Wir waren stets beysammen Und hatten uns schon offt gesehn Doch wust ich nichts von liebes-flammen.

Allein so bald du mich zum tantzen auffgeführt Hastu mein kaltes hertz ich weiß nicht wie gerührt. Ich sahe dich alsbald mit andern augen an Jedoch ie mehr ich sahe

Je mehr versanck ich in den wahn Durch den mein süsser fall geschahe. Ist dir mein lieben nun so wie es scheint verdruß Warum verlangest du denn daß ich brennen muß?

Ein ieder in der welt gläubt daß es sünde sey Ein häußgen anzustecken; Ein haus kommt keinem menschen bey; Diß solte billig dich erschrecken.

Und dennoch denckestu indem du mich verletzt Daß keine straffe sey auff deine that gesetzt. Ach öffne doch einmahl dein felsen-hartes hertz Und höre meine klagen!

Ich leide zwar wie vor den schmertz Und will ihn mit zu grabe tragen; Doch alle rechte sind von diesen lehren voll: Daß der so andre brennt auch wieder brennen soll.

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