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1616–1679

An Lisimenen. 1.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Ljsimene liebst du nicht? Wilstu ewig einsam leben? Soll der augen sternend licht Mir nicht die vergnügung geben?

Ach die sonnen sind zu schöne Lisimene! Ist der lippen ihr rubin Vor die todten nur erkohren?

Gibst du so die rosen hin Die vor götter sind gebehren? Ach der purpur ist zu schöne Lisimene!

Trägt nicht deine zarte hand Der die perle nicht zu gleichen Ein verwundtes hertz im band? Kan dich dieses nicht erweichen?

Ach die hände sind zu schöne Lisimene! Es hängt an dem weissen schild Der die runden hügel träget

An dem halse ja ein bild Da Cupido drauff gepräget. Ach der hals der ist zu schöne Lisimene!

Soll der marmor deiner brust Welchen du mit fleiß verhüllet Nicht zum lieben tragen lust Wenn er auff und nieder quillet?

Ach die äpffel sind zu schöne Lisimene! Ach ich bitte zürne nicht Daß ich neulich auff der wiesen

Gantz verstohlen o mein licht! Konte deinen leib erkiesen. Ach der leib der war zu schöne Lisimene!

Es trit dein geschickter fuß Die betrübten einsamkeiten Wie ich glaube mit verdruß Weil ich ihn nächst sahe gleiten.

Ach die füsse sind zu schöne Lisimene! Schönste nimst du den nicht an Der sich itzt vor deinem throne

Leget als dein unterthan? Giebst du dich ihm nicht zu lohne? Nein! ach nein! du bist zu schöne Lisimene!

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